2. Einschulung
Man wird etwas älter und wird plötzlich 'eingeschult', an sich ja was ganz normales, so auch bei uns. Wir hatten einen alten Lehrer, der hustete andauernd, und riß das Fenster auf, das Dumme war nur, wir saßen da in kurzer Hose und kurzem Hemd ohne Ärmel, und der riß das Fenster auf. Irgendwann wurde es Sommer und wieder warm, der Lehrer konnte so oft er wollte, das Fenster aufreißen, es war sowieso warm. Auf einmal wurde der Lehrer Eigelb naja, er hieß eigentlich Weigel aber da Eigelb so gut passte, haben wir ihm Eigelb verpasst. Also der Lehrer wurde auf einmal krank, und wir bekamen eine Lehrerin, Au weia.
Also das war aber eine Tante, die schlug uns andauernd mit dem Holzlineal auf die Finger oder was Ihr gerade einfiel. Aber wir hatten Glück, denn wir bekamen eine junge, ganz neue Lehrerin. Die war so richtig in Ordnung, mit der fuhren wir überall hin wo was los war. Aber leider war das Schuljahr bald zu Ende und wir mußten in eine andere Schule, das war die fünfte Klasse. Wieder ein alter Lehrer und der Kerl stank aus dem Mund, egal wie ich meinen Kopf auch drehte, der Gestank von seinen Zähnen verfolgte mich. Er muß wohl meine Abneigung Ihm gegenüber bemerkt haben, denn er zog mir bei jeder Kleinigkeit die Ohren lang, und erzählte mir was von 'Dir' werde ich schon helfen mit seinen Zähnen genau vor meinem Gesicht, furchtbar. Inzwischen wußte der auch, daß ich keinen Vater mehr hatte, und also, konnte er ja auch seinen Rohrstock an mir ausprobieren. Dazu brauchte er aber einen Grund und den fand er!
Wir bekamen einen Handball und durften in der Pause damit spielen. Die Lehrer gingen an der rechten Seite immer auf und ab, und wenn sie 'auf' gingen dann konnten sie uns nicht sehen, und wir bolzten mit dem Ball, also mit dem Fuß, nicht mit den Händen, aber da es ein Handball war , hörte ich eine Stimme -Helmut- "Du sollst nicht mit dem Fuß"- "außerdem gibt es hier auch Fenster"! Na klar, solange der Lehrer sichtbar war, waren wir das auch, aber sobald der wieder 'auf' war, ging das gebolze wieder los. Wieder erwischte er uns, aber dieses mal hatte ich gerade nicht gebolzt, aber er rief "Helmut was habe ich gerade gesagt? Nach der Pause bei mir melden." Die Pause war um, und wir wieder in die Klasse, ich sagte: Herr Lehrer, ich soll mich bei Ihnen melden, aber ich habe nicht gebolzt. Was, schrie der Lehrer, auch noch lügen, sofort in die andere Klasse und den Rohrstock holen. Ich ahnte schlimmes, schlich in die andere Klasse, klopfte an die Tür, ging hinein und sagte: "Schönen Gruß von Herrn Lehrer Krampe, und ich soll den Rohrstock holen." Der Lehrer Bohne war eigentlich in Ordnung, aber er gab mir 'wohlwissend den Rohrstock.
Ich ging zurück in die Klasse und gab dem Lehrer Krampe den Rohrstock. Der nahm erst mein Ohr, zog es in die Länge und massierte dabei mein Ohrläppchen, und wieder kam er mit seinem Gesicht so nahe, daß ich seine Zähne roch. Ich drehte mich angewidert weg und der Lehrer sagte: Wirst Du dich wohl bücken, also bückte ich mich Klatsch der erste Schlag ich fuhr in die Höhe, er packte mich im Genick und Klatsch, klatsch, schlug er weiter. Ich dachte nur, das hast Du nicht umsonst getan. Am nächsten Morgen ging ich nicht in die Schule, meine Großmutter schrieb mir eine Endschuldigung, daß ich krank wäre, und so konnte er mir nichts. Inzwischen war es beinahe Sommer, die Sonne schien und wir hatten einen Weiher im Wald, da ging jeder schwimmen im Sommer und ich dachte, ich gucke mal ob man schon Schwimmen kann? Einige Leute waren schon am Schwimmen, also ging ich auch ins Wasser, danach holte ich Holz und machte mir ein Feuer um mich zu wärmen. Soweit war alles in Ordnung, aber ich mußte ja wieder in die Schule. Am nächsten Tag ging ich wieder in die Schule, der Ball war auch noch da und jeder bolzte. Ich höre jetzt noch seine Stimme: Helmut, wie oft habe ich dir gesagt nicht mit den Füßen, es ist ein Handball, nach der Pause bei mir melden.