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Heute, 09:14<br /> <br /> Nordwest 09.06.2009 <br /> <br /> <br /> Ex-Heimkindern Unterstützung zugesagt<br /> uwe Hannover.<br /> Niedersachsens Sozialministerin Elisabeth Ross-Luttmann hat misshandelten früheren Heimkindern Unterstützung beim Zugang zu Akten zugesagt. „Die Landesregierung will den ehemaligen Heimkindern helfen, damit die Betroffenen endlich mehr Licht in eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Jugendhilfe bekommen“, sagte Ross-Luttmann nach Angaben ihres Ministeriums gestern in Hannover im Anschluss an eine Konferenz mit Vertretern von Kirchen, Kommunen sowie Wohlfahrts- und Opferverbänden.<br /> <br /> Nach Angaben des Ministeriums hat das Niedersächsische Staatsarchiv in Hannover bereits 322 Personalakten sichern können. Auch in den sechs weiteren niedersächsischen Staatsarchiven werde recherchiert. Außerdem sollen Betroffene laut Ross-Luttmann Zugang zu Akten bekommen, die beiGerichten liegen. Auch der Niedersächsische Landkreistag unterstützte gestern die Bemühungen um Akteneinsicht, so Ministeriumssprecher Thomas Spieker. Er kündigte gegenüber unserer Zeitung an, es werde weitere Treffen geben, um auszuloten, was Niedersachsen für ehemalige Heimkinder tun könne. Einen Runden Tisch auf Landesbene, wie er von der SPD gefordert wird, lehnt das Ministerium laut Spieker weiter ab. „Das macht keinen Sinn“, sagte er mit Hinweis auf den Runden Tisch in Berlin. Dort müsse über zentrale Fragen wie etwaige Rentenansprüche gesprochen werden, sagte Spieker. <br /> Ross-Luttmann hatte bereits im Herbst 2008 alle, die in der Zeit von 1949 bis 1975 in Heimen in Niedersachsen untergebracht waren, aufgerufen, sich zu melden. Diesem Aufruf folgten „weit über 100 Frauen und Männer“, so das Ministerium. <br /> <br /> Insgesamt wuchsen in der fraglichen Zeit mehrere Hunderttausend junge Menschen in den überwiegend von den Kirchen getragenen Waisen- und Erziehungsheimen auf. Allein in Niedersachsen waren es nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 30000 und 50000. Viele der Betroffenen wurden geschlagen und gedemütigt. Zudem gibt es Berichte über sexuellen Missbrauch. Zahlreiche Heiminsassen mussten auch Zwangsarbeit leisten. <br /> <br /> In den Heimen war es ja so: Gesprochen wurde nicht, das war verboten. Wer sich daran nicht hielt, kriegte Schläge. Es gab also nichts, rein garnichts um sich zu beschweren. Das die Heimkinder damals nicht verrückt wurden, bei den Verboten und Schlägen, hatte mit Ihrer Jugend zu zu tun.<br /> <br /> Jeder hatte damals das Gefühl: Lange bleibste hier sowieso nicht. Es wurden Jahre, die diese Kinder ausharren mußten bis sich irgend etwas bei Ihnen verbesserte, veränderte und oft war das dann "nur" ein Umzug von einem Heim ins andere!<br /> <br /> der Moorkater
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Heute, 09:14<br /> <br /> Nordwest 09.06.2009 <br /> <br /> <br /> Ex-Heimkindern Unterstützung zugesagt<br /> uwe Hannover.<br /> Niedersachsens Sozialministerin Elisabeth Ross-Luttmann hat misshandelten früheren Heimkindern Unterstützung beim Zugang zu Akten zugesagt. „Die Landesregierung will den ehemaligen Heimkindern helfen, damit die Betroffenen endlich mehr Licht in eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Jugendhilfe bekommen“, sagte Ross-Luttmann nach Angaben ihres Ministeriums gestern in Hannover im Anschluss an eine Konferenz mit Vertretern von Kirchen, Kommunen sowie Wohlfahrts- und Opferverbänden.<br /> <br /> Nach Angaben des Ministeriums hat das Niedersächsische Staatsarchiv in Hannover bereits 322 Personalakten sichern können. Auch in den sechs weiteren niedersächsischen Staatsarchiven werde recherchiert. Außerdem sollen Betroffene laut Ross-Luttmann Zugang zu Akten bekommen, die beiGerichten liegen. Auch der Niedersächsische Landkreistag unterstützte gestern die Bemühungen um Akteneinsicht, so Ministeriumssprecher Thomas Spieker. Er kündigte gegenüber unserer Zeitung an, es werde weitere Treffen geben, um auszuloten, was Niedersachsen für ehemalige Heimkinder tun könne. Einen Runden Tisch auf Landesbene, wie er von der SPD gefordert wird, lehnt das Ministerium laut Spieker weiter ab. „Das macht keinen Sinn“, sagte er mit Hinweis auf den Runden Tisch in Berlin. Dort müsse über zentrale Fragen wie etwaige Rentenansprüche gesprochen werden, sagte Spieker. <br /> Ross-Luttmann hatte bereits im Herbst 2008 alle, die in der Zeit von 1949 bis 1975 in Heimen in Niedersachsen untergebracht waren, aufgerufen, sich zu melden. Diesem Aufruf folgten „weit über 100 Frauen und Männer“, so das Ministerium. <br /> <br /> Insgesamt wuchsen in der fraglichen Zeit mehrere Hunderttausend junge Menschen in den überwiegend von den Kirchen getragenen Waisen- und Erziehungsheimen auf. Allein in Niedersachsen waren es nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 30000 und 50000. Viele der Betroffenen wurden geschlagen und gedemütigt. Zudem gibt es Berichte über sexuellen Missbrauch. Zahlreiche Heiminsassen mussten auch Zwangsarbeit leisten. <br /> <br /> In den Heimen war es ja so: Gesprochen wurde nicht, das war verboten. Wer sich daran nicht hielt, kriegte Schläge. Es gab also nichts, rein garnichts um sich zu beschweren. Das die Heimkinder damals nicht verrückt wurden, bei den Verboten und Schlägen, hatte mit Ihrer Jugend zu zu tun.<br /> <br /> Jeder hatte damals das Gefühl: Lange bleibste hier sowieso nicht. Es wurden Jahre, die diese Kinder ausharren mußten bis sich irgend etwas bei Ihnen verbesserte, veränderte und oft war das dann "nur" ein Umzug von einem Heim ins andere!<br /> <br /> der Moorkater
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Heute, 09:14<br /> <br /> Nordwest 09.06.2009 <br /> <br /> <br /> Ex-Heimkindern Unterstützung zugesagt<br /> uwe Hannover.<br /> Niedersachsens Sozialministerin Elisabeth Ross-Luttmann hat misshandelten früheren Heimkindern Unterstützung beim Zugang zu Akten zugesagt. „Die Landesregierung will den ehemaligen Heimkindern helfen, damit die Betroffenen endlich mehr Licht in eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Jugendhilfe bekommen“, sagte Ross-Luttmann nach Angaben ihres Ministeriums gestern in Hannover im Anschluss an eine Konferenz mit Vertretern von Kirchen, Kommunen sowie Wohlfahrts- und Opferverbänden.<br /> <br /> Nach Angaben des Ministeriums hat das Niedersächsische Staatsarchiv in Hannover bereits 322 Personalakten sichern können. Auch in den sechs weiteren niedersächsischen Staatsarchiven werde recherchiert. Außerdem sollen Betroffene laut Ross-Luttmann Zugang zu Akten bekommen, die beiGerichten liegen. Auch der Niedersächsische Landkreistag unterstützte gestern die Bemühungen um Akteneinsicht, so Ministeriumssprecher Thomas Spieker. Er kündigte gegenüber unserer Zeitung an, es werde weitere Treffen geben, um auszuloten, was Niedersachsen für ehemalige Heimkinder tun könne. Einen Runden Tisch auf Landesbene, wie er von der SPD gefordert wird, lehnt das Ministerium laut Spieker weiter ab. „Das macht keinen Sinn“, sagte er mit Hinweis auf den Runden Tisch in Berlin. Dort müsse über zentrale Fragen wie etwaige Rentenansprüche gesprochen werden, sagte Spieker. <br /> Ross-Luttmann hatte bereits im Herbst 2008 alle, die in der Zeit von 1949 bis 1975 in Heimen in Niedersachsen untergebracht waren, aufgerufen, sich zu melden. Diesem Aufruf folgten „weit über 100 Frauen und Männer“, so das Ministerium. <br /> <br /> Insgesamt wuchsen in der fraglichen Zeit mehrere Hunderttausend junge Menschen in den überwiegend von den Kirchen getragenen Waisen- und Erziehungsheimen auf. Allein in Niedersachsen waren es nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 30000 und 50000. Viele der Betroffenen wurden geschlagen und gedemütigt. Zudem gibt es Berichte über sexuellen Missbrauch. Zahlreiche Heiminsassen mussten auch Zwangsarbeit leisten. <br /> <br /> In den Heimen war es ja so: Gesprochen wurde nicht, das war verboten. Wer sich daran nicht hielt, kriegte Schläge. Es gab also nichts, rein garnichts um sich zu beschweren. Das die Heimkinder damals nicht verrückt wurden, bei den Verboten und Schlägen, hatte mit Ihrer Jugend zu zu tun.<br /> <br /> Jeder hatte damals das Gefühl: Lange bleibste hier sowieso nicht. Es wurden Jahre, die diese Kinder ausharren mußten bis sich irgend etwas bei Ihnen verbesserte, veränderte und oft war das dann "nur" ein Umzug von einem Heim ins andere!<br /> <br /> der Moorkater
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